Wärmeerzeugung
Dem Sektor Wärme ist der größte Energiebedarf im Quartier zuzuordnen. Für den benachbarten Ortsteil Mönkebüll wurde bereits ein Quartierskonzept angefertigt und eine Machbarkeit einer Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz geschlussfolgert. Die Realisierung dieses ist bei einer nicht ausreichenden Bürgerbeteiligung nicht möglich. Im Zuge dieses Konzepts wurden zwei potenzielle Wärmenetze näher betrachtet:

Die Wärmenetze sind mit einer dezentralen Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe verglichen worden. Das Wärmenetz am Jöhnkeweg ist wirtschaftlicher als das Wärmenetz in Loheide.
Über einen Bezug von Windstrom aus dem Bürgerwindpark lässt sich die Wirtschaftlichkeit über einen geringeren Strompreis erhöhen. Das Wärmenetz am Jöhnkeweg braucht für einen wirtschaftlichen Break-Even mit einer dezentralen Wärmeversorgung eine Anschlussquote von 76 % bzw. 59 % mit Windstrom. In Loheide sind es 96 % bzw. 73 % bei Nutzung von Windstrom. Lediglich die Mindestanschlussquote beim Szenario am Jöhnkeweg mit Windstrom wird von den Zustimmungswerten in der Bevölkerung zum Thema Wärmenetze gedeckt. Die anderen Szenarien werden die notwendige Zustimmung gemäß Umfrage wahrscheinlich nicht erreichen.
Das Wärmenetz am Redlingsweg wird im nächsten Jahr auf eine Großwärmepumpe mit einer Leistung von 600 kW umgerüstet. Wenn eine Belieferung dieses mit Strom aus dem Bürgerwindpark ermöglicht wird, dann kann auch eine Umsetzung des Wärmenetzes am Jöhnkeweg detaillierter untersucht werden. Ansonsten überwiegen die Risiken hinsichtlich der Abhängigkeit der Haushalte gegenüber einem Wärmenetzbetreiber sowie gegenüber einer hohen Beteiligungsquote und möglicherweise unvorhergesehenen Kosten und Herausforderungen beim Verlegen der Leitungen und den damit verbundenen Eingriffen in den Verkehr und Alltag während der Bauphase, den geringfügigen wirtschaftlichen Vorteilen gegenüber einer dezentralen Wärmeversorgung. Dies liegt unter anderem daran, dass der Gebäudebestand im Quartier im Durchschnitt eine gute Energieeffizienz aufweist und bei den meisten Gebäuden eine Wärmepumpe ohne große bzw. nur mit geringen energetischen Sanierungsmaßnahmen eingesetzt werden kann. Für die Ausbauprognose im Quartier wird mit einem jährlichen Zubau von ca. 20 % des Wärmepumpenbestands von derzeit 124 Wärmepumpen gerechnet Dies entspricht einem Zubau von 24 Wärmepumpen pro Jahr. Pro Wärmepumpe wird eine Leistung von 10 kW angenommen. Bis 2030 werden demnach 145 Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 2,09 MW errichtet.
Bei der Gebäudesanierung spielen die Wärmeverluste über die Gebäudehülle sowie die notwendige Heizlast eine große Rolle. Wärmepumpensysteme funktionieren mit geringeren Vorlauftemperaturen als Öl- oder Gasheizungen. Folglich kann es bei der Sanierung erforderlich sein, dass entweder die Wärmeverluste verringert oder größere Heizkörper installiert werden müssen, damit die erforderlichen Heizlasten weiterhin gewährleistet werden können. Dies kann mit hohen Kosten verbunden sein. Eine regenerative Alternative zur Wärmepumpe stellt die Pelletheizung dar. Mittels einer Energieberatung, die zu 50 % gefördert ist, können sich die Haushalte individuell verschiedene Möglichkeiten zur energetischen Sanierung und zum Heizungstausch aufzeigen lassen. Gerade für besonders alte Bauwerke, die oftmals unter Denkmalschutz stehen, stellt die energetische Sanierung eine Herausforderung dar. Für diese schützenswerte Gebäudesubstanz könnte die Gemeinde mittels einer zusätzlichen Förderung die energetische Sanierung erleichtern.